Damit die Linie trotz wechselnder Kurven, Anschlüsse und Haustechnik durchgängig bleibt, entwickelte unser internes Computational Design-Team ein projektspezifisches CAD-to-CAM-Skript. Damit liessen sich Tausende unterschiedlicher, sich nicht wiederholender Bauteile als zusammenhängendes System erzeugen und direkt in Fertigungsdaten übertragen.

Die Arbeitswelt einer Uhrenmarke, die für Präzision und Leistung steht, lässt sich nicht allein mit Logos vermitteln. Präzision, Tempo und technischer Anspruch müssen in der Architektur selbst erkennbar sein.
CCHE führte die Verwaltungsteams von TAG Heuer in einer Arbeitsumgebung zusammen, die um einen zentralen Funktionskern angeordnet ist. Darum liegen modulare Arbeitsbereiche für Teams von sechs bis zwölf Personen, ergänzt durch eine VIP-Lounge, einen Sitzungsraum, eine Cafeteria und einen Raum für agiles Arbeiten. Die Decke verbindet diese unterschiedlichen Bereiche gestalterisch.
Ihr schlaufenförmiger Verlauf greift die Verbindung von TAG Heuer zum Motorsport auf. Die Baffeln führen dynamisch um den Kern, folgen Kurven und wechseln die Richtung. Die Metalldecke mit integrierter Haustechnik unterstreicht den technischen Charakter des Raums. Die Ideallinie dient damit nicht nur als gestalterisches Motiv, sondern auch der Wegeführung, Orientierung und Akustik des Gebäudes.

Jede Änderung von Krümmung, Abstand oder Richtung wirkte sich auf die nachfolgenden Bauteile aus. Zugleich musste das System Haustechnik, Anschlüsse und wechselnde Gebäudemasse berücksichtigen, ohne den durchgehenden Verlauf zu unterbrechen. Auf 1.3 Kilometern wurden Tausende Baffeln einzeln definiert, die dennoch einer gemeinsamen Geometrie folgen mussten. Jedes Bauteil separat zu zeichnen, hätte Änderungen verlangsamt und zwischen Entwurf, Dokumentation und Produktion unnötigen Interpretationsspielraum geschaffen. Die architektonische Idee verlangte deshalb einen anderen Prozess.


Statt jede Baffel einzeln zu zeichnen, beschrieb unser Computational Design-Team die Decke durch ein System von Regeln. Der Verlauf der Ideallinie, die Abstände zwischen den Elementen, die Bauteilgeometrie, Materialabmessungen und Fertigungsabläufe liessen sich so in einem parametrischen Modell aufeinander abstimmen.
Änderte sich ein Parameter, konnten die Auswirkungen auf die gesamte Installation berechnet werden. Dadurch blieb die Geometrie zusammenhängend und liess sich zugleich an das Gebäude anpassen. Das digitale Modell diente nicht nur der Visualisierung: Es erzeugte die präzisen Fertigungsdaten für Tausende unterschiedlicher Bauteile, die millimetergenau hergestellt werden mussten. Jede Baffel blieb einzigartig, musste aber nicht mehr als Einzelfall bearbeitet werden.
Das Projekt wurde mit dem Akustikpartner Wenger Acoustic SA realisiert; die Montage übernahm Plafonmetal. Der direkte digitale Arbeitsablauf half, das Konzept von CCHE vom Entwurf bis zur fertigen Decke umzusetzen, ohne den dynamischen Verlauf zu vereinfachen, der die Gestaltung prägt.
Die Baffeln bestehen aus ARCHISONIC® Felt. Ihre weiche Akustikoberfläche ergänzt
die Metalldecke, den Holzkern und die bepflanzten Bereiche. Cradle To Cradle Certified® Felt ist leicht und lässt sich so präzise zuschneiden, wie es ein System erfordert, bei dem jedes Bauteil
zum durchgehenden Verlauf beiträgt.



Standort: Signy, Schweiz
Design: CCHE
Premium Partner: Wenger Acoustic
Montage: Plafonmetal
Fotografie: Matéo Brocard
